360-Grad-Immersivität

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Freitag, 29. April 2016

Eintauchen in das Filmgeschehen

3D-Movies, Raumklang sowie spezielle Brillen für Virtuelle Realität  ermöglichen es dem Zuschauer, immer stärker in Filme einzutauchen. Neue Entwicklungen und aktuelle VR-Produktionen stellt die FKTG auf ihrer Fachtagung (9. - 11- Mai in Leipzig) in der Session „360-Grad-Immersivität“ vor.  Ein Beispiel ist die Terra X-Dokumentation „Wolfskinder“ des ZDF. Die Sendung ist eine Eigenproduktion und wird ergänzend auch als 360-Grad-Film für Virtual Reality-Anwendungen produziert.


 

Artikel von Birgit Niesing, 

Redakteurin für Forschung,
Technik und Innovation.


3D-Tonqualität, hochauflösende UHD-Bilder fürs Fernsehen und ein 360-Grad-Film für VR-Anwendungen — bei der  Produktion der Terra-X-Folge „Wolfskinder“ setzt das ZDF auf neuste Film- und Soundtechnik. In der UHD Produktion finden der erweiterte Farbraum Rec. 2020 als auch der erweiterte Dynamikbereich HDR  ihren Einsatz.„Unser Idee war es, die aktuellen filmtechnischen Innovationen in einer Dokumention einzusetzen und dafür ein geeignetes Drehbuch zu schreiben“, erläutert Michael Pochert vom ZDF.  Er stellt die VR-Dokumentation auf der FKTG-Fachtagung in Leipzig in der Session „360-Grad-Immersivität“ am 10. Mai in Leipzig vor. Als Thema für das innovative Fernseh-Projekt wählten die Macher (Wolfgang Apel, Matthias Haedecke, Jan Prillwitz, Walter Freund und Drehbuchautor und Regisseur Jens Monath) den Mythos ‚Wolfskinder‘, also Kinder, die angeblich unter Tieren aufwachsen. Anhand der Schicksale der beiden Schwestern Amala und Kamala, die in Indien unter Wölfen gelebt haben sollen, und des "Affenjungen" John Ssebunya aus Uganda, lernen die Zuschauer neuzeitliche Wolfskinder kennen. Gedreht wurde unter anderem in Indien, Afrika, Rumänien, Österreich und Deutschland. Um die beeindruckenden Landschaften, die Farbenpracht und die Bollywood-Tänze auch richtig in Szene zu setzen, wurde die Dokumentation sowohl in UHD als auch in 360-Grad aufgenommen.

Die VR-Version der Dokumentation - sie wird ca. 12-15 Minuten lang sein - eröffnet dem Zuschauer vollkommen neue Bild- und Klangerlebnisse. Mit ihrem Smartphone und einer speziellen VR-Brille können die User durch die Landschaft navigieren. Mit ihrer Kopfbewegung bestimmen sie selbst den Bildausschnitt. Für perfekten Raumklang sorgen Entwicklungen des Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS aus Erlangen. In der 360-Grad-Version sorgt die Technologie Cingo dafür, dass der 3D-Klang über handelsübliche Kopfhörer realitätsgetreu wiedergeben wird. Dabei werden die Kopfbewegungen des Nutzers in die Wiedergabe mit einbezogen, so dass Klangquellen in der virtuellen dreidimensionalen Welt jederzeit an ihrer tatsächlichen Position wahrgenommen werden können. „Für den 360-Grad-Film ist der Raumklang elementar wichtig, damit der Betrachter auch wirklich das Gefühl hat, mitten im Geschehen zu sein“, betont Pochert.

Fürs Fernsehen produzierte das ZDF die Sendung in UHD und setzte auch hier auf neueste Klangtechnologie. Das übliche Surround-Lautsprechersetup wurde durch Höhenlautsprecher ergänzt, wodurch auch Klang von oben eingespielt werden kann. So ist ein Vogel zum Beispiel nicht nur im Baumwipfel zu sehen, sondern sein Zwitschern gleichzeitig von oben zu hören. Abgemischt wird der Ton als »7.1 plus 4«-Mischung im MPEG-H-Format.

„Alle Versionen der Dokumentation, der hochauflösende UHD-Film und die immersive VR-360-Grad-Variante werden inklusive aller Tonspuren voraussichtlich im Herbst 2016 unter terra-x.zdf.de als Download angeboten“, verrät Pochert. Eine Ausstrahlung in UHD über Satellit ist auch vorgesehen.

Einen ersten Eindruck wie 360-Grad-Panoramen bzw. Bilder aussehen können, gibt das Video „Vulkane in 3D“ und „Wolfskind“ auf den Seiten von Terra X.


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