ABROADSTORIES – about studying Media Art in Singapore

Wieder zurück in Österreich

Mittlerweile wieder gut angekommen in Österreich blicke ich auf die letzten Monate im Ausland zurück und bin überwältigt. Die Zeit in Asien ist vergangen wie im Flug und ich habe so viele nette Menschen getroffen mich weitergebildet, Erfahrungen gesammelt und neue Kulturen kennengelernt.


Mein Studienprogramm

Zu meiner Person: mein Name ist Jennifer und ich studiere Medientechnik in St. Pölten. Im Rahmen eines Joint Study Programms durfte ich ein Semester an der NTU in Singapur verbringen, um dort Kurse im Media Art Department zu besuchen. Folgende Kurse habe ich dieses Semester belegt:

  • Documentary Filmmaking
  • Experimental Filmmaking
  • Stop Motion, Issues in Animation Practice: Visual Music
  • sowie B&W Film Photography.

Im Zuge meines Semesters habe ich einige Projekte verwirklicht, die ich nun für mein Portfolio verwenden kann. Meine Kurse belegte ich im ADM Gebäude, kurz für Art Design und Media, welches enorme Ressourcen und Studios für die Studenten zur Verfügung stellt. 24 Stunden am Tag durften Studenten die Räume nutzen, um ihre Projekte umzusetzen. Es war immer etwas los und die Kreativität war förmlich zu spüren, wenn man durch das Gebäude wanderte.

Stop Motion Studio

Für meine Kurse hatte ich Zugang zu einem riesigen Stop Motion Studio, zu einem 3D Animation Lab, Filmentwicklungsräume und eine Dunkelkammer. Ebenfalls konnten wir uns für unsere Projekte im Verleih benötigtes Equipment ausborgen. Da ich von einer eher kleineren Fachhochschule komme, waren die dortigen Größenordnungen neu für mich. Mit einem campuseigenem Bussystem sind die verschiedenen Gebäude trotz des riesigen Areals schnell zu erreichen. Ich hatte ein Zimmer am Campus und war darüber sehr froh, da ich mit dem Bus flott in der Uni war.

Die Kurse

Nun etwas genauer zu den Kursen, die ich belegt habe. Ein Kurs, der ganz neu für mich war, war Stop Motion. In diesem lernten wir viel über Materialkunde, Puppen, 2D und 3D Animation, Arbeiten im Stop Motion Studio, die Software Dragonframe, Set building, Rigging und Postproduction. Mein finales Projekt war eine 2D Paper cut out Animation, die ich alleine im Studio umgesetzt habe.

Kurs: Experimentalfilm

Meinen filmischen Horizont konnte ich im Kurs Experimentalfilm erweitern. Wir lernten viel über nicht lineare Erzählstrukturen, Cinematography, Musik & Sound, Formen und Strukturen des Experimentalfilmes. Ebenfalls experimentierten wir mit 16mm Film und kreierten eine Direct Animation auf dem Filmstreifen. Bei dieser Form der Animation zeichnet, kratzt oder klebt man direkt auf den Filmstreifen, um eine Animation zu kreieren. Bei unserem finalen Projekt hatten wir sehr viel Freiraum und ich entschied mich für einen Film, in welchem ich mithilfe eines Projektors abstrakte Animationen auf Menschen projizierte und diese filmte. In dem Experimentalfilm „Virtually Isolated“ geht es um die digitale Isolation im Zuge der Pandemie und die Schnittstelle Mensch / Technologie.

Mein Lieblingskurs: Black and White Film Photography

Mein absoluter Lieblingskurs war Black and White Film Photography. Ich erlernte die Basics der Fotografie, das Einsetzen eines Filmes in die Kamera, das Entwickeln eines fertig geschossenen Filmes mit der Hilfe von Chemikalien und das Erstellen von Prints im Darkroom. Es war so spannend einfach mal „back to the roots“ zu gehen und zu sehen, wie die Prozesse analog umgesetzt werden. Die Möglichkeit, eine veraltete Technik als Kunstform zu erlernen, die im Mainstream keinen großen Anklang mehr findet, war eine einmalige Erfahrung. Im Zuge des Kurses habe ich mir die Kamera Pentax K1000 gekauft, da ich weiterhin diese Kunstform ausüben möchte.


Dokumentarfilm

Eine meiner großen Leidenschaften ist der Dokumentarfilm, deshalb schrieb ich mich für den Kurs Documentary Filmmaking ein, in dem wir die Grundlagen des dokumentarischen Arbeitens, sowie alternative Erzählformen diskutiert haben. Aufgrund von Corona konnte ich mein geplantes Projekt nicht umsetzen und habe mich daher für eine Desktopdokumentation entschieden. Ich habe 10 Leute aus Österreich gebeten mir kurze Videos aus der Isolation und deren Perspektive zur derzeitigen Lage zu schicken. Aus diesem Footage entstand der Dokumentarfilm „Viral Disconnection“ der die Gedanken verschiedenen Menschen in Österreich zeigt, die sich mit der Realität von Isolation, Trennung und Veränderung als Folge von Covid-19 auseinandersetzen.


Reisen in der Region

Natürlich drehte sich mein Auslandsaufenthalt nicht nur ums Studium, ich habe großartige Menschen kennengelernt und war in den Nachbarländern auf Reisen. Wochenend-Kurztrips nach Bangkok sowie nach Kuala Lumpur ließen sich gut mit dem Studium vereinbaren.

Anfang März nutzten wir die Ferien und sind für 10 Tage nach Cebu auf den Philippinen geflogen. Ich war zum ersten Mal in Asien und die Kultur faszinierte mich. Singapur ist sehr westlich angehaucht und die Stadt sprüht nur so voller Innovation, Technologie und Zukunftsvisionen, wohingegen auf den Philippinen eher wenig davon zu sehen ist. Wir genossen die Zeit auf Cebu sehr und nutzten unsere 10 Tage, um auf Moalboal mit Sardinenschwärmen und Meeresschildkröten zu tauchen. Wir wanderten auf einen Berg, um den Sonnenuntergang zu sehen und fuhren mit dem Moped von einem Wasserfall zum nächsten, um dort von Klippen zu springen und zu baden. Mit der Fähre schipperten wir auf die Insel Siquihor, um dort wunderschöne Strände und Inselflair zu erleben. Anschließend sind wir noch nach Bohol, um die berühmten Chocolate Hills zu sehen.

Welch schöne Erfahrung

Trotz des Coronavirus habe ich das Beste aus meinem Auslandsaufenthalt gemacht, jedoch musste ich etwas früher heim als geplant. Das Reisen nach meinem abgeschlossenen Semester wird aber bestimmt nachgeholt, denn Asien hat mich angesteckt mit der Kultur, den Menschen und vor allem einem: dem Essen. Ich liebe asiatisches Essen und wer auch so ein Essensliebhaber ist wie ich, der ist in Singapur bestens aufgehoben. Stundenlang kann man dort die Zeit in den sogenannten Hawkers Center verbringen und sich durch die asiatische Küche probieren.

Ich weiß noch, als ich in den ersten Tagen in Singapur gar nicht glauben konnte, dass dies nun mein zu Hause für die nächsten Monate sein wird. Es war eine unglaubliche Erfahrung und Möglichkeit, für die ich sehr dankbar bin.

Ich bedanke mich herzlich bei der FKTG, die es mir ermöglicht hat, diesen Aufenthalt zu realisieren, um mich sowohl intellektuell als auch mental weiterzubilden.