Autonome Kameradrohne für innen und außen realisiert

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Am 18. März schrieb ich dieser Stelle in meinem Blog: "Denken Sie mal an eine selbstfahrende oder roboterlaufende autonome Kamera. Dafür gäbe es in der täglichen Produktionspraxis sowohl innerhalb als auch außerhalb eines Studios viele Einsatzgebiete. ... sie könnte zum Beispeil bei einem Interview vor, neben oder hinter laufenden Gesprächspartnern bei einem Spaziergangs-Interview fahren, Hindernisse würde sie selbsttätig erkennen können. Die Kamera mit einem entsprechenden Gimbal versehen könnte absolut ruhige Aufnahmen liefern und mit entsprechender Mustererkennungsauswertung sogar den Interviewpartner 100%ig stets im Bild und in der Schärfeebene halten."

Am 26. April gab es nun erste Presse-Statements der Zero Zero Robotics über die Hover Camera ( www.gethover.com) in Los Angeles, das der Entwickler Meng Qiu Wang (Foto) als ein Start-up-Unternehmen gegründet hat. Er beschäftigt sich bereits seit 2014 mit einer autonomen Kameradrohne, die nun mit einigen Prototypen zum Testeinsatz kommt und zum Jahresende hin für etwa 600 Dollar verkauft werden soll. Das Besondere daran ist in erster Linie, dass sie nicht GPS-gesteuert über Landschafen fliegt, sondern als Minidrohne konzipiert ist, die drinnen und draußen als stabile Plattform für eine darauf installierte Kamera dient, die sich in der Luft selbsttätig stabilisiert und sowohl für Fahr-(Flug-)Aufnahmen als auch als frei schwebende Stativanordnung verwendet werden kann. Die von dem Unternehmen selbst herausgegebenen Daten sind noch spärlich aber es gibt einige Testbeschreibungen insbesondere von amerikanischen Fachzeitschriften. 

Am besten erkennt man die Funktion auch an dem kleinen Filmchen, das ich in diese Meldung eingestellt habe. In Deutschland berichteten der WDR und Computer-Bild kürzlich darüber

Quelle: YouTube

An Stichworten bleibt festzuhalten:

  • Faltbarer Quadrocopter aus Karbonkunststoff
  • 13-Megapixelmodul für Fotoaufnahmen und 4k-Videos
  • Gesichts- und Mustererkennung zur automatischen Verfolgung
  • speziell eigenentwickelte Sonar-Stabilitätssteuerung (nichts näheres bekannt)
  • maximale Flugzeit zur Zeit 8 Minuten (akkuabhängig)
  • Gewicht unter 250 Gramm
  • fernsteuerbar auch über App

 

Ansonsten veranschaulichen die beigefügten Fotos die Funktionen und die Bauweise

 

Das Ganze ist zur Zeit wohl in Verbindung mit einer Smartphone-ähnlichen Kamera geplant. Man wird sehen, was an der Entwicklung wirklich vom Steuer- und Flugverhalten erreicht werden kann und ob es mehr als nur Amateuransprüche erfüllt. Aber es zeigt zumindest auf, dass in dieser Richtung sehr ernsthaft entwickelt wird und es würde mich nicht wundern, wenn es bald auch Modelle gäbe, die hohen professionellen Ansprüchen gerecht werden können.


Boljour: Das Weblog von Norbert Bolewski