Das Windows zum Hof

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Als ein amerikanischer Kollege zum ersten Mal UHD-Bilder in HDR sah, also mit einem besonders hohen Kontrastumfang, schrieb er begeistert, es sei, als würde man ein schmutziges Fenster geöffnet haben. Ich fand diesen Vergleich wunderbar, besser kann man kaum etwas erklären, was die wenigsten bisher selbst gesehen haben. 

Als ich nun von Atmoph hörte, musste ich unwillkürlich daran denken, wenn auch mit etwas gemischten Gefühlen. Wird die Zukunft in fensterlosen Wohnräumen liegen, die energetisch als auch bauplanerisch unglaublich viele Vorteile hätten.  Natürlich braucht der Mensch den Blick nach draußen, will er nicht eingehen wie ein Primeltopf. Aber könnten es nicht virtuelle Fenster sein? In der Tat bieten 4k-Bilder in HDR und mit einem größeren Farbraum eine unglaubliche Wirklichkeitstreue und in vielen Fällen wahrscheinlich auch einen „besseren Blick“. Wer würde nicht gern vom Wohnzimmer aus auf den weiten Strand in Waikiki blicken oder auf die Lichter des nächtlichen New York am Abend. Prinzipiell kein Problem, man schraubt sich einfach ein 4k-Fenster an die Wand. Das gibt es bereits, wenngleich die Fenster im Moment wohl noch etwas klein zu sein scheinen. Natürlich handelt es sich um ein Display mit einem integrierten kleinen Computer, Speicher und WLAN sind ebenfalls eingebaut, schließlich will man ja nach Stimmung auch mal den Sonnenaufgang über Santorin erleben, um dann anschließend die Autofahrt durch den Nieselregen im November zu ertragen. Schauen Sie sich also die Informationen der Firma Amorph an, viel ist sonst nicht dazu zu sagen, natürlich kann man  wenn man will, die Uhrzeit mit einblenden usw. Die Idee dazu hatten zwei Japaner, die für ihre Realisierung 100.000 Dollar eingeworben haben (es sind heute schon 160.000 erreicht). Die ersten 4k-Fenster sollen im Oktober ausgeliefert werden. Schöne neue Welt? 

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Boljour: Das Weblog von Norbert Bolewski