FFA-Studie: Kräftige Zuwachsraten bei Kino-Sonderformen

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Das Ausnahmejahr 2015 hat den Kino-Sonderformen – u. a. kommunale Kinos, Filmfeste, Vereine, Universitäts- und Open-air-Kinos – überdurchschnittlich hohe Zuwachsraten beschert. Prozentual verzeichneten die Sonderformen mit 5,8 Millionen Tickets (2014: 4,9 Mio.) einen größeren Besucherzuwachs (20,0%) als die Multiplexe (14,7%) und herkömmlichen Kinos (13,5%). Der Bruttoumsatz stieg bei den Sonderformen von 30,0 auf 36,7 Mio. Euro um satte 22,3 Prozent und lag wie in den beiden Vorjahren bei 3,1 Prozent des Gesamtumsatzes (1,2 Mrd. Euro im Jahr 2015). Die Sonderformen toppten damit auch beim Umsatz die Zuwachsraten der Multiplexe (19,2%) und der herkömmlichen Kinos (18,9%). Diese Zahlen weist die aktuelle Auflage der FFA-Studie „Kino-Sonderformen 2011 – 2015“ aus, die in diesem Jahr zum 12. Mal aufgelegt wurde.

Steigende Besucherzahlen gab es 2015 bei allen Sonderformen. Die höchsten Zuwachsraten registrierten Freilichtbühnen und das Open-Air-Kino mit 45,1 Prozent vor den Filmfesten (44,9%) und Autokinos (31,7%). Mit 1,5 Mio. Besuchern waren Freilichtbühnen bzw. Open-air-Veranstaltungen damit fast so erfolgreich wie die kommunalen bzw. kulturellen Kinos mit 1,7 Mio. Zuschauern. Beim Umsatz hingegen waren die Outdoor-Spielstätten mit 11,0 Mio. Euro im Jahr 2015 sogar umsatzstärker als die kommunalen bzw. kulturellen Kinos (10,4 Mio. €). Den größten Zuwachs verbuchten indes die Autokinos: einem Besucherplus von 31,7 Prozent stand ein noch stärkeres Umsatzwachstum von 40,9 Prozent gegenüber. Umgekehrt verhielt es sich bei den Filmfesten: Ein kräftiges Besucherplus von 44,9 Prozent sorgte hier für einen vergleichsweise moderaten Umsatzanstieg von 14,7 Prozent. Die Eintrittspreise bei den Sonderform-Kinos stiegen innerhalb der letzten fünf Jahre im Durchschnitt um 11,3 Prozent (Gesamtmarkt: 13,5%). Mit durchschnittlich 6,30 Euro blieb eine Eintrittskarte für die Sonderformen deutlich günstiger als für herkömmliche Kinos (7,93 Euro) und Multiplexe (9,06 Euro). Die mit Abstand günstigste Sonderform blieb das Universitätskino, hier kostete die Eintrittskarte durchschnittlich 2,72 Euro.

Insgesamt gab es Ende letzten Jahres unter den 4.692 Leinwänden 579 Leinwände, die den Sonderformen zuzurechnen sind – sechs mehr als ein Jahr davor. Am häufigsten vertreten waren wie im Vorjahr kommunale/kulturelle Kinos (155), Kinos von Vereinen (141) und Universitätskinos (132). Einen großen Anteil hatten zudem sporadische Kinoveranstaltungen, die jedoch nicht im Gesamtbestand mitgezählt werden.

Die ausführlichen Ergebnisse der Studie unter dem Titel „Kino-Sonderformen – Ergebnisse der Jahre 2011 bis 2015“ finden Sie hier

 

(Pressemeldung der FFA vom 14.7.2016)

 

Boljour: Das Weblog von Norbert Bolewski