Das Dilemma der Unter- und Obertitel im Theater, Kino und im Fernsehen

Seite ausdrucken und/oder als E-Mail versenden
Beiträge von FKTG-Mitgliedern - Für die Inhalte sind die Autoren verantwortlich

Professor Dietrich Sauter aus München verfasste den folgenden Multiblog-Artikel für die FKTG:


Bei den üblichen Ober- bzw. Untertiteln in den Theatern/ Kino und im Fernsehen sind erhebliche Defizite festzustellen. Dabei geht es nicht nur um die Technik der Darbietung auch inhaltlich sind Mängel vorhanden.

  1. Bei der Oper sind die Texte meist rudimentär und damit eigentlich auch überflüssig. Man hat den Eindruck als habe man für Analphabeten gearbeitet.
  2. Die Darstellung als Obertitel ist oft zu hoch über der Bühne (Beispiel Makropolus an der Oper München). Der Zuschauer ist ständig in Bewegung und am adaptieren.
  3. Die Texte laufen nicht synchron (Beispiel Meistersinger an der Oper München).
  4. Die Darstellung der Texte ist häufig gegenüber der Beleuchtung auf der Bühne zu hell und wird auch nicht angepassst.
  5. Die Ober- bzw. Untertitel werden nicht kreativ eingesetzt. Es bleibt bei der einfachen Projektion auf einen Schirm. Integration in das Bühnenbild gilt als Fehlanzeige.
  6. Einblendungen mit Monitoren in den Vordersitzen sind künstlerisch und augenphysiologisch der absolute Blödsinn. Der Zuschauer, vor allem der ältere (die absolute Mehrheit) muss ständig adaptieren. Das Auge wechselt ständig zwischen mindestens zwei Schärfeebenen hin und her. Diese Darstellung erhellt außerdem in unnötiger Weise den Zuschauerraum. Der klassische Black Out ist nicht mehr möglich.

 

Wenn die Theaterhäuser ihre Besucher mit Ober- bzw. Untertiteln erfreuen wollen, sind erhebliche Verbesserungen angesagt.

Auf dem Markt gibt es Lösungen, die eine moderne Untertitelung möglich machen. Die Software ist auch in der Lage, Tempounterschiede oder Auslassungen in Echtzeit zu erkennen und nachzusteuern.

Mit moderner Projektionstechnik kann man auch auf unebenen Flächen eine scharfe Textdarstellung erzeugen. Viele Inszenierungen vertragen eine Untertitelung im Bühnenbild. Der Zuschauer ist mit Sicherheit dankbar, wenn er sich nicht ständig nach dem Text strecken muss. Wichtig wäre auch eine vollständige Abbildung des gesamten Librettos. Mit moderner Software ist auch die mehrsprachige Darstellung möglich, so dass jeder der Zuschauer die Szenen elementar verfolgen kann.

All diese Überlegungen gelten natürlich auch für den Film und das Fernsehen. Auch dort werden die Untertitel inhaltlich nur rudimentär wiedergegeben. Es ist ein Dilemma. Beim Fernsehen kommt auch noch eine technisch nicht saubere Einblendung hinzu, die Titelfarbe wird oft nicht vom Hintergrund abgehoben dargestellt.

Zusammenfassung einer möglichen Lösung

Die Situation der Untertitelung oder Übertitelung im Theater kann durch eine spezielle Einspielung auf die Kulissenoberflächen verbessert werden.

Vorraussetzung ist eine Übereinkunft mit der Regie und dem Bild. Die Ausstattungsleiter der Bühnen würden dann die Umsetzung durchführen.

Technische Ausstattung

Eine Laserprojektion ist auch auf unebenen Flächen scharf zu erkennen. Der Laserstrahl, wenn er ohne Optik eingesetzt wird ist auch bei unendlicher Abbildung scharf. Die Schriftgröße, die Art und die Farbe sind frei wählbar, sodass auch ein fließender Text projiziert werden kann.

Die Lage des Laserprojektionskopfes kann den geometrischen Vorgaben leicht angepasst werden, sodass für die technische Abnahme keine Probleme zu erwarten sind.

Der Vorteil gegenüber der herkömmlichen Projektion auf eine ebene und orthogonale Fläche ist die freie Auswahl des Projektionshintergrundes. Die hohe Schreibgeschwindigkeit und die damit verbundene kurze Reaktionszeit lassen auch den Einsatz einer vollständigen, der Handlung folgenden Untertitelung zu. Die verschiedenen Mitwirkenden können durch farblich unterschiedliche Schriften gekennzeichnet werden.

Für den Film und das Fernsehen ist eine bessere inhaltliche Auswertung und die Nutzung der technischen Möglichkeiten dringend notwendig.

Über eine spezielle Software kann der sich ändernde zeitliche Ablauf nachgeführt werden, so dass auch die Synchronität erheblich verbessert wird.

Prof. Dietrich Sauter

Weitere Beiträge von FKTG-Mitgliedern