Fileformate – (k)ein Ende in Sicht ?

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Beiträge von FKTG-Mitgliedern

Der 6. und letzte Themenblock zeigte die neuesten Entwicklungen im Bereich der Fileformate auf. Ein aktuelles Thema ist natürlich das ursprünglich aus der Kinoproduktion kommende IMF-Format. Melanie Matuschak von Qvest Media stellte nach einer Einführung in das Format mögliche Erweiterungen für den Broadcast-Bereich vor, z.B. die Integration Broadcast-spezifischer Produktionscodecs oder die Ergänzung von Untertiteln. Letztere ist übrigens bereits in die Standardisierung eingeflossen. Anwendungsbereiche für IMF lägen v.a. bei Ein- oder Verkauf von Produktionen, sowie der hochqualitativen Archivierung und Versionierung.

Torsten Linde stellte die Möglichkeiten für externe Zulieferungen von MXF-Files zum MDR vor. Hier wurde ein eigenes Tool entwickelt, das eine einfache Prüfung und Aufbereitung des MXF-Files selbst durchführt, sowie zusätzlich eine intuitive, aber dennoch geführte Eingabe von Metadaten fordert. Dabei werden auch Metadaten integriert, die bereits schon bei Auftragsvergabe (z.B. per Mail) an den Auftragnehmer versandt wurden und so eine weitgehend automatisierte Weiterverarbeitung im MDR unterstützen.

Jens Schneeweiss und Peter tho Pesch vom IRT stellten die letzten Aktualisierungen bei der Festlegung der ARD/ZDF-Profile (V1.2) für den Austausch von MXF-Files vor. Die Einführung dieser Profile soll in 2017 erfolgen, sie sind ebenso Bestandteil der aktuell veröffentlichen Technischen Produktionsrichtlinien im Fernsehen (TPRF, www.irt.de/publikationen/technische-richtlinien/kostenfreie-richtlinien/ ). Anwendungsbereiche sind vornehmlich Zulieferung aus Austausch von Material, sowie die Archivierung. Weiterhin gab es erste Ergebnisse des jährlichen MXF-Plugfests vom Nov. 2016, in dem 17 Hersteller die Interoperabilität von 25 Produkte testeten. Die Ergebnisse bestätigen den Erfolg der jahrelangen und intensiven gemeinsamen Bemühungen: die Interoperabilität mit „Golden Files“ für AVC-I und MPEG-2 liegt inzwischen bei etwa 97%, die Werte für UHD und neuer LongGOP-Formate liegen noch darunter. Gleiches gilt für reale Files aus dem Betrieb, für die in dringenden Fällen nach wie vor Wege zur „Korrektur“, z.B. durch Transkodierung, eingesetzt werden müssten. Das IRT bietet inzwischen aber einen Service zur Zertifizierung von Files auf der Basis der ARD/ZDF-Profile an. Immer mehr Anwender setzten ein strukturiertes Qualitätsmanagement zur Kontrolle von Files, aber auch der für die Verarbeitung genutzten Infrastrukturen ein. Diese Kontrolle erfolge auf der Basis der definierten Profile und der im Strategic Programme „Quality Control“ der EBU erarbeiten Parameterauswahl, die ein Festlegung von Prüf-Templates erlaube. Es stünden inzwischen geeignete QC-Tools zur Prüfung unterschiedlichster Layer zur Verfügung, u.a. der MXF-Analyzer des IRT. Abschließend freute sich Jens Schneeweiss „die ARD/ZDF MXF-Profile fangen jetzt an zu leben!“.

Jörg Houpert von Cubetec stellte abschließende Lösungen für das Qualitätsmanagement für MXF (und auch IMF) vor. Neben der Verifikation von Files besteht auch eine Möglichkeit zur gezielten Korrektur von Files in einer Weise, dass das File immer so wenig wie möglich geändert wird. Dabei können für ein umfassendes Qualitätsmanagement neben einer reinen Profilkonformität auch „best practice Erfahrungen“ konfiguriert werden, sodass automatisiert immer eine maximale Kompatibilität mit hauseigenen Systemen hergestellt wird.


Ein voller Erfolg und gelungener Rundumschlag

Insgesamt bot der Workshop der AG Mediensysteme erneut einen umfassenden Überblick über die zur Zeit aktuellen Themen und gab bei der begleitenden Ausstellung, in den Pausen und auch bei der Abendveranstaltung eine perfekte Basis für den persönlichen Wissens- und Erfahrungsaustausch. Das Team um Andreas Ebner und Thomas Schierbaum vom IRT haben einmal mehr eine rundum gelungene Veranstaltung organisiert und durchgeführt.


Ende der Berichtsreihe von Rainer Schäfer -

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