Rasante Datenübertragung und neuer deutscher Telekommunikationssatellit

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Anläßlich der gerade stattfindenden 5. Nationalen Konferenz Satellitenkommunikation in Deutschland.gab es im Vorfeld einige interessante Informationen aus dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLZ)

Licht- statt Radiowellen - rasante Datenübertragung via Laser

Bislang werden Daten "klassisch" per Funkwellen zur Erde übertragen. Doch die Funkfrequenzen sind begrenzt und die bestehenden Kapazitäten müssen verteilt werden. Bei dem wachsenden Datenverkehr wird diese Bandbreitengrenze bald erreicht sein. "Eine Lösung dieses Datenengpasses ist nach Meinung von Dr. Gerd Gruppe die Übertragung mit Lichtwellen. Deutschland hat hier weltweit eine Spitzenposition inne. In Kürze werden bereits elf dieser Laser Communication Terminals (LCT) (s.Foto) im Orbit sein",. Die baden-württembergische Firma Tesat Spacecom baut diese LCT, die auch Teil von Europas neuer Datenautobahn im All sind: Im "European Data Relay System" - kurz EDRS - übertragen Satelliten die Daten in Echtzeit per Laser zu Relaisknoten im All und von dort dann zu Bodenstationen auf der Erde. "In weniger als 20 Minuten können hochaufgelöste Bilder der Erdbeobachtungssatelliten im europäischen Sentinel-Programm dem Endnutzer zur Verfügung stehen - ohne Datenrelais via EDRS und LCT undenkbar", erklärte Dr. Roland Wattenbach, Leiter der Abteilung Satellitenkommunikation im DLR Raumfahrtmanagement. Inzwischen wird an der Miniaturisierung der Lasertechnik gearbeitet, sodass sie auch auf kleinsten Satelliten im erdnahen Orbit eingesetzt werden kann. Erste Terminals werden in Kürze im All sein. Auch hier sind deutsche Firmen weltweit aktiv.


SmallGEO - Deutschland ist zurück im Telekommunikationssatellitenmarkt

Mit dem Start der neuen SmallGEO-Satellitenplattform auf dem Telekommunikationssatelliten Hispasat 36W-1 ist Deutschland seit dem 28. Januar 2017 nach 24-jähriger Abstinenz wieder zurück im Markt der Telekommunikationssatelliten. Dieser erste Satellit einer wesentlich in Deutschland entwickelten und gebauten Satellitenplattform ist Teil des SmallGEO-Programms der Europäischen Weltraumorganisation ESA für relativ leichte geostationäre Satelliten, die mit etwa drei - statt klassischerweise sechs oder acht - Tonnen in 36.000 Kilometer Höhe um die Erde kreisen. Deutschland ist der größte Beitragszahler und hat rund 150 Millionen Euro (42,5 Prozent des Gesamtbudgets) in die Entwicklung der Plattform und der Nutzlast investiert. Auf den Start des ersten SmallGEO-Satelliten, die bei der Firma OHB System AG in Bremen gebaut werden, sollen weitere folgen: EDRS-C soll Anfang 2018 die kommerziellen Relaissatelliten ergänzen. Die Weiterentwicklung zu einem vollständig elektrisch betriebenen System namens ELECTRA wurde beauftragt und die Entwicklung des nationalen Kommunikationssatelliten "Heinrich Hertz" in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium der Verteidigung soll noch in 2017 beginnen. Zusätzlich hat die OHB System AG den Auftrag für drei Meteosat Third Generation (MTG) Wettersatelliten auf der Basis dieses Satellitenbusses erhalten.


N. Bolewski nach einer Pressemitteilung von der DLR

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