Möglichkeiten zur Bildqualitätsbeurteilung

Vortrag 60: Werner Klütsch / Ralf Herrmann – Tektronix           

Die Beurteilung der Bildqualität stellt innerhalb der Produktionskette einen wichtigen Aspekt dar. Verlustbehaftete Codier-Verfahren werden in der Regel schon direkt bei der Aufnahme zugunsten eines geringeren Speicherbedarfs genutzt, ebenso in der weiteren Verarbeitung. Diese können jedoch zu mehr oder weniger sichtbarer Unschärfe, Bildrauschen, Blockstrukturen und anderen Bildartefakten und damit zu einer Bildqualitätsverschlechterung führen.

Um dem Zuschauer zu Hause ein bestmögliches Fernseherlebnis bereitzustellen, sollte die Bildqualität von Anfang bis Ende in der Produktionskette so hoch wie möglich gehalten werden. Eingekaufter Content kann beispielsweise überprüft und gegebenenfalls abgelehnt werden, falls die Qualität zu schlecht ist. Ebenso können Encoder verglichen und optimierte Einstellungen hinsichtlich der Arbeitsweise und Datenrate gewählt werden.

Für die Beurteilung der Bildqualität gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zum einen kann dies referenziert, d.h. im direkten Vergleich zu einem „idealen“ Content erfolgen. Subjektiv / visuell kann eine Bewertung von einer Gruppe von Probanden vorgenommen werden (mögliche Verfahren MOS und JND). Ein wesentlicher Nachteil hierbei ist jedoch der relativ hohe zeitliche Aufwand. Objektive Verfahren, welche die nichtlinearen menschlichen Seheigenschaften berücksichtigen, sind schneller, wie beispielsweise das von Tektronix entwickelte PQR oder DMOS. Vergleichstests ergaben, dass mit diesen Verfahren eine sehr hohe Korrelation zu den Ergebnissen von subjektiven Tests erreicht werden kann.

In den meisten Fällen liegt jedoch keine Referenz vor, sondern lediglich das bereits (mehrfach) codierte Material. Die Qualitätsbeurteilung wird aus Zeit- und Kostengründen oft nur subjektiv von einem QC-Operator durchgeführt, teilweise sogar nur stichprobenartig. Auto-QC Systeme können unterstützend eingesetzt werden, reagieren jedoch häufig nur auf bestimmte, im Testplan definierte Fehler.

TekMOS, ein von Tektronix entwickelter lernfähiger Algorithmus zur nicht-referenzierten Bestimmung der Bildqualität, kann den QC Prozess mit Angaben zur Bildqualität insgesamt, dem Qualitätsverlauf über die Zeit und Angabe zu den erkannten Verschlechterungen (Unschärfe, Bildrauschen, Blockstrukturen) sinnvoll unterstützen.


Über Werner Klütsch

Berufserfahrung

  • Seit Mai 2010 Tektronix GmbH, Account Manager Video
  • Seit 01-Nov 1998 Tektronix GmbH, Technical Support Specialist Video
  • Seit 17-Februar 1992 Tektronix GmbH, Service Techniker, Vollzeit

 

 

 

Ausbildung

  • Studium Nachrichtentechnik
  • 1990-1992 Rheinische Akademie Köln

Über Ralf Herrmann

Berufserfahrung

  • Seit Apr 11 Tektronix GmbH; Applikationsingenieur– Video EMEA, Vollzeit; Köln, Germany
  • Nov 08 – Mrz 11 Ikegami Electronics (Europe) GmbH; Produktspeziallist / Service Ingenieur Broadcast, Vollzeit; Neuss, Germany
  • Aug 07 - Okt 08 Tektronix GmbH; Service-Techniker für Audio- und Videoprodukte, Vollzeit; Köln, Germany
  • Okt 04 - Jul 07 WDR – Funkhaus Düsseldorf; Video Editor, freiberuflich; Düsseldorf, Germany
  • Nov 03 - Jul 07 Medienverband der evangelischen Kirche im Rheinland gGmbH; Kameramann, freiberuflich; Düsseldorf, Germany

 

 

Ausbildung

  • Studium Dipl.Ing. (FH) Ton- und Bild
  • Sep 01 - Jul 07 FH Düsseldorf & RSH Düsseldorf, Germany; Diplomarbeit: „Untersuchung von Hardware-Formatkonvertern für die Videoformate 1080i/25, 720p/50 und 576i/25“, betreut von Prof. Dr.-Ing. Thomas Bonse und Dipl.-Ing. Alfred Riedel (WDR).