Automatisierung der Qualitätskontrolle für die Massen-Filmdigitalisierung

Vortrag 61: Peter Schallauer - Joanneum Research

Archivierte Film- und Videoinhalte sind für mehrere Nutzergruppen von hohem Interesse. Medienproduzenten und –verteiler (z.B. Fernsehanstalten) benötigen heute ein großes Volumen an Material, das kosteneffizient zur Bespielung der stark steigenden Anzahl von Distributionskanälen bereitgestellt werden kann. Zur Maximierung des Wiederverwendungswertes haben Medieninhaber ein Interesse daran, dass die Digitalisierung in bestmöglicher Qualität stattfindet. Medienkonsumenten haben gleichermaßen ein Interesse an einem möglichst hochqualitativen Medienerlebnis. Filmarchive wollen ihre Inhalte für ihre Nutzergruppen effizient zugänglich machen. Sowohl das Archiv selbst als auch deren Nutzer, etwa Forscher, aber auch Inhalte-Verwerter, haben ein hohes Interesse daran, dass die bei der Digitalisierung entstehenden Masterfiles möglichst exakt mit dem analogen Medium übereinstimmen, d.h. bei der Digitalisierung keine Verluste auftreten, auch um spätere, teure Re-Digitalisierung zu vermeiden.

Qualitätsgesicherte Massen-Digitalisierung von Videobändern ist heute im vollen Gange, hinsichtlich Film wurden bisher nur geringe Stückzahlen digitalisiert. Effizientere Scanner (Geschwindigkeit, Auflösung, Workflowintegration) und effizientere Qualitätssicherung ermöglichen nun erstmals die Massendigitalisierung von Film.

In diesem Vortrag werden neue Ansätze und Methoden zur effizienten Qualitätssicherung in der Massen-Filmdigitalisierung präsentiert, welche den Zweck verfolgen, sowohl die Qualitätssicherungskosten zu minimieren als auch die Digitalisierungsqualität zu maximieren. Der Schlüssel zur Kostenminimierung der Qualitätssicherung liegt in einer möglichst hohen Automatisierung. Ein neuer, wesentlich effizienterer Workflowansatz, der ursprünglich aus dem Bereich der Videodigitalisierung stammt, ermöglicht dies. Die Maximierung der Digitalisierungsqualität kann durch die Entwicklung und den Einsatz von filmspezifischen Defekt-Detektionsmethoden erreicht werden, konkret durch automatisierte, digitale Detektion von Unter-/Überbelichtung, Fokusproblemen, Verschmutzung, eingefrorenen Bildern, Bildstandsfehlern und mehr.

Darüber hinaus wird ein Anwendungsfall vorgestellt, in dem diese Ansätze und Methoden erfolgreich zur Qualitätssicherung der Digitalisierung von 25.000 Filmrollen im Zeitraum von drei Jahren umgesetzt und operativ sind.


Über Peter Schallauer: Smart Media Solutions at JOANNEUM RESEARCH

Peter Schallauer has been working with JOANNEUM RESEARCH since 1995 as scientific and development coordinator creating numerous digital video/movie technologies and products. Technologies for high quality digital film restoration (DIAMANT-Film Restoration), automatic movie and video content analysis, content description, information mining and content based retrieval, efficient digitisation and documentation of audiovisual archives, semantic analysis of video, traffic video analysis and efficient human computer interaction. During recent years he is focussing his activities on signal based video and movie quality assessment tools for improving the efficiency of archive digitisation and production processes (VidiCert). He is actively involved in relevant standardisation activities (EBU QC, EBU/AMWA FIMS QA). He coordinated the EC FP7 project DAVID– Digital AV Media Damage Prevention and Repair.