Trauer um Helmut Schönfelder

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Beiträge von FKTG-Mitgliedern

Die FKTG trauert um ihr Ehrenmitglied Prof. em. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Helmut Schönfelder

Im gesegneten Alter von 92 Jahren verstarb am 19. August 2018 der vielleicht letzte wirkliche Pionier der (PAL-) Farbfernsehtechnik, der Träger der Richard-Theile-Goldmedaille, das Ehrenmitglied der FKTG, Prof. em. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Helmut Schönfelder. Er wurde am 27. August in seinem Wohnort Bad Harzburg im Beisein zahlreicher Familienangehöriger, Freunde und ehemaliger Doktoranden und Mitarbeiter/innen seines Instituts für Nachrichtentechnik (IfN) der Technischen Universität Braunschweig beigesetzt. Auch das FKTG-Vorstandsmitglied Dr. Rainer Schäfer erwies dem Verstorbenen, seinem Doktorvater, die letzte Ehre.

Helmut Schönfelder studierte von 1946 bis 1952 an der TH Darmstadt Elektrotechnik. Er wurde dort 1958 am Institut für Fernmelde- und Hochfrequenztechnik zum Dr.-Ing. promoviert. Von 1955 bis 1969 war er Entwicklungsingenieur und Laborleiter bei der Fernseh GmbH in Darmstadt. 1956 würdigte die damalige Fernsehtechnische Gesellschaft (FTG) Schönfelder mit der Verleihung des ersten Rudolf-Urtel-Preises überhaupt. Dieser ersten Ehrung durch die FTG folgten später die Ernennung zum Ehrenmitglied der FKTG (1986) und die Verleihung der Richard-Theile-Goldmedaille der FKTG (1988).

Mit Beginn der Tätigkeit in Braunschweig begann für Prof. Schönfelder der zweifellos bedeutendste Teil seiner wissenschaftlichen Laufbahn. Durch die Fähigkeit, eine Gruppe junger Mitarbeiter zu motivieren und ihnen seine eigene Begeisterung an dem Gebiet Fernsehtechnik nicht nur zu vermitteln, sondern sie damit geradezu zu infizieren, umgab er sich mit einem schlagfertigen Team, das als Katalysator für seine Ideen und Pläne  fungierte.  Prof.  Schönfelder ist in etwa 30 Fällen "Doktorvater". Dabei spannte sich der Bogen der Forschungsthemen über das gesamte Feld der Fernsehtechnik. Ein neuartiges Farbcodierverfahren, genannt „Timeplex“, wurde unter seiner Leitung am IfN entwickelt. Timeplex eignete sich hervorragend zur Übertragung von Farbsignalen über Telefonleitungen und Satellitenverbindungen sowie für die magnetische Speicherung auf Miniatur-Videorecordern. Man kann Timeplex sicher als den Vorgänger des MAC-Verfahrens (Multiplexed Analogue Components) bezeichnen. Im IfN wurde über viele Jahre auf dem Gebiet der Fernsehkameratechnik gearbeitet. Die ersten CCD-Kameras entstanden bereits 1977. Die Bildmischung, insbesondere Chromakey, waren Forschungsgegenstand ebenso wie die Technik der Endgeräte. Flimmerfreie Fernsehbilder konnte man in Braunschweig schon lange vor dem Erscheinen von 100 Hz-Fernsehern in den Geschäften bewundern. Unter Schönfelders Leitung wurde über viele Jahre  HDTV als wichtiges Forschungsthema bearbeitet.     

 Prof. Schönfelder hat die Ergebnisse seiner Forschung in 84 Fachartikeln und 9 Büchern publiziert. Sein letztes Buch mit dem Titel „Fernsehtechnik im Wandel“ erschien 1996 – kurz nach seinem siebzigsten Geburtstag. In Würdigung seiner Errungenschaft für die Fernsehtechnik wurde Prof. Schönfelder 1988 das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. 1998 ernannte ihn die Universität Wuppertal zum Ehrendoktor. Nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland wurden seine wissenschaftlichen Leistungen erkannt und gewürdigt. Die Society of Motion Picture and Television Engineers (SMPTE) ernannte Prof. Schönfelder 1990 zum Fellow und 2004 zum Life Fellow. 

Prof. Schönfelder hinterlässt seine langjährige Lebensgefährtin, Frau Christa Bartz, zwei Söhne und zwei Enkeltöchter. Im Namen aller Mitglieder der FKTG durfte ich den Hinterbliebenen unser tief empfundenes Beileid zum Ausdruck bringen.                                               

Ulrich Reimers

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