Die FKTG trauert um ihr Ehrenmitglied Prof. Dr.-Ing. Gerhard Mahler

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Am 5. Juli 2019 verstarb der Träger der Richard-Theile-Medaille, das Ehrenmitglied der FKTG, Prof. Dr.-Ing. Gerhard Mahler im 88. Lebensjahr.

Gerhard Mahler wurde am 15. September 1931 in Hannover geboren. An der dortigen TH, der jetzigen Leibniz Universität, studierte er Elektrotechnik und Hochfrequenztechnik und begann anschließend eine langjährige Tätigkeit bei Telefunken in Hannover. Von 1957 bis 1980 blieb er dem Unternehmen treu. Viele Jahre war er Mitarbeiter von Prof. Walter Bruch, dem Erfinder des PAL-Verfahrens. Dr. Mahler war der Systemanalytiker des Labors und es gibt Stimmen, die behaupten, alles Komplizierte an PAL stamme von ihm. Er war auch derjenige, der die PAL-Schaltungstechnik auf Halbleiter umstellte, denn die ersten Geräte arbeiteten noch mit Verstärkeröhren. Sein wissenschaftlich fun­dierter Nachweis der Überle­genheit des PAL-Verfahrens gegenüber NTSC und SECAM trug bei dem entschei­denden EBU-Meeting im Ja­nuar 1963 in Hannover sehr dazu bei, dass das PAL-Verfahren in die engere Wahl kam. In Deutschland startete PAL 1967 und fand mehr als 50 Jahre, nämlich bis 2019 Verwendung – zuletzt nur noch in den Kabelfernseh-Netzen.

1980 wechselte Dr. Mahler zum Heinrich-Hertz-Institut (HHI) in Berlin. Dort wurde er 1980 als Abteilungsleiter eingestellt und widmete sich mit großer Begeisterung dem Thema HDTV. Gerhard Mahler war ein begeisterter Protagonist der HDTV-Projektionstechnik mit Lichtventilprojektoren, denn er war überzeugt, dass HDTV nur auf großen Displays Sinn macht. Die Technologie großer Flachbild-Displays war aber in den 1980er Jahren noch nicht verfügbar und mancher Gerätehersteller hörte es nicht gerne, wenn Herr Mahler ihm in aller Deutlichkeit mitteilte, dass er mit seinen Röhrengeräten nie auf Bildschirmgrößen kommen werde, die eine Einführung von HDTV rechtfertigen.

In der FKTG war Prof. Mahler viele Jahre lang einer der Leistungsträger, der zahlreiche Vorträge bei Tagungen der Gesellschaft hielt und sich unter anderem als Mitglied des Vorstandes für unsere Gesellschaft engagierte. In der Konsequenz ernannte ihn die Gesellschaft im Jahr 1996 zum Ehrenmitglied.

An der Leibniz Universität Hannover, seiner Alma Mater, wirkte Gerhard Mahler von 1977 bis 1998 als Lehrbeauftragter und wurde 1983 zum Honorarprofessor ernannt. Nach Beendigung seiner beruflichen Tätigkeit am HHI im Jahr 1994 zog es ihn zu den Kindern nach München – seine bei vielen FKTG-Veranstaltungen präsente Ehefrau war bereits verstorben. Dort schrieb der frischgebackene Pensionär ein bedeutendes Fachbuch zur Fernsehtechnik, das unter dem Titel „Die Grundlagen der Fernsehtechnik“ im Jahr 2005 im Springer-Verlag erschien. Als es in die Buchhandlungen kam, war der Autor bereits 74. In Würdigung seiner hervorragenden Leistungen auf dem Gebiet der Fernsehtechnik verlieh die FKTG Prof. Mahler im Jahr 2012 die Richard-Theile-Medaille. Gerhard Mahler lebte zuletzt in einem Pflegezentrum in München.

Im Namen aller Mitglieder der FKTG möchte ich den Hinterbliebenen unser tief empfundenes Beileid zum Ausdruck bringen. Wir haben einen hoch kompetenten und persönlich außerordentlich angenehmen Kollegen (und ich einen Freund) verloren.

Ulrich Reimers

 

 

 

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