Beschämendes Trauerspiel

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Man, beziehungsweise ich, weiß nicht so genau was hinter den Kulissen um die Zukunft des IRT gespielt beziehungsweise verspielt worden ist. Viele Anzeichen deuten aber darauf hin, dass wieder einmal Geldgeschachere verbunden mit Machtspielchen, potenziert durch technologische Inkompetenz und Ignoranz dazu geführt haben könnten, dass das wohl renommierteste deutsche Rundfunkinstitut zerschlagen wird.

Was das IRT angeht: Man, beziehungsweise ich, kann die eingehenden Meldungen kaum lesen, ohne resignierende Trauer zu empfinden. Und eines bestätigt sich wieder einmal: Die einst so stolze Innovationskultur der Bundesrepublik droht immer mehr von allzu vordergründigem Kosten-Nutzen-Denken begraben zu werden.

Am 31. Juli 2020 veröffentlichte das IRT eine Art Abschiedsstatement als Pressemeldung:


"In einer weiteren Sondersitzung der IRT-Gesellschafterversammlung konnte heute kein tragfähiges Modell für eine Fortführung des Instituts für Rundfunktechnik gefunden werden. Trotz intensivster Bemühungen war es nicht möglich, eine belastbare wirtschaftliche Zukunftsperspektive für das IRT zu erarbeiten. Damit bleibt es bei den Ende 2019 ausgesprochenen Kündigungen aller Gesellschafter. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird ein Sozialplan erarbeitet."


Und wies in derselben Pressemeldung auch noch einmal auf die Verdienste des IRT hin:

"Mit mehr als 60 Jahren Erfahrung ist das IRT ein weltweit renommiertes Forschungs- und Innovationszentrum für Rundfunk- und Medientechnik. Es beobachtet, bewertet und entwickelt neue Technologien in den digitalen audiovisuellen Medien mit dem Ziel, den Rundfunkgedanken strategisch an neue Marktumfelder und Bedürfnisse anzupassen. Rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter forschen am Standort in München in enger Kooperation mit den Gesellschaftern und Auftraggebern nach innovativen Lösungen in den Themenfeldern Next Generation Audio, Future Video, Künstliche Intelligenz, Metadaten, All IP/IT, IP-Distribution, Portale und Dienste, Barrierefreiheit und 5G. Seine Gesellschafter sind die Rundfunkanstalten ARD, ZDF, Deutschlandradio, ORF und SRG/SSR. Daneben arbeitet das IRT mit einer Vielzahl an Kunden aus den Bereichen Rundfunk, Medien und Industrie zusammen. Den Zugang zu weltweiten Trends und Entwicklungen bieten die Kooperationen mit internationalen Forschungspartnern. In Zusammenarbeit mit Hochschulen fördert das IRT die Ausbildung von Nachwuchskräften."



Update August 2020


Wolfgang Fleischer
(Linkquellen von Prof. Sauter)

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