Beeindruckende Trauerfeier für UHD (4k)

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Autor: Prof. Dietrich Sauter


Die Deutsche TV-Plattform hat am 26. Februar 2014 eine angemessene Beerdigung für 4k inszeniert.

Nach vier hervorragenden Vorträgen war alles gesagt, was für 4k sprechen könnte.

Professor Dr. Frühauf von der Universität Stuttgart gilt als der Experte für Bildschirme in TFT/LCD und zeigte die Entwicklung auf. Dr. Rainer Schäfer vom Institut für Rundfunktechnik in München zog Bilanz zu UHDxx. Rüdiger Kupke vom CBC in Köln bewertete die Verfügbarkeit bei der Produktion und im Sendebereich. Erfreulich auch die Anmerkungen von Dr. Johannes Steurer von ARRI zum Thema „Higher Dynamic Range“ und „Higher Frame Rate“.

Der Vortrag der Beratungsgesellschaft Berger und die sich anschließende Diskussion zeigten aber 4k braucht man nicht. Die Einlassungen verschiedener Marketingleute machten deutlich, dass man die Umstellung auf UHDxx nicht begründen kann und es deshalb auch sehr schwierig sein wird, dem Zuschauer etwas zu verkaufen, was er nun überhaupt nicht braucht. Das Ansinnen ist technisch nicht zu erklären. Doch das stört die Marketingleute nicht. Obwohl der Käufer von dieser Neuerung nichts hat, wird auf den wichtigen Veranstaltungen landauf und landab geworben, wie wichtig diese Entwicklung sei (BAFTA, Hands on HD, Deutsche TV-Plattform). Beim Fernsehen beträgt der Seh-Abstand bei 4k maximal die zweifache Höhe des Bildschirms. Für den Heimbereich bedeutet das die doppelte Höhe des Fernsehgerätes, um den gleichen Bildabstand bei der Betrachtung zu wahren. Wer kann sich einen solch großen Fernseher leisten und auch aufstellen. Aber bei größerem Abstand vom Fernseher wird die Auflösung nicht mehr wahrgenommen. Der durchschnittliche Sehabstand in Deutschland beträgt 2,7 Meter (1). Damit sind die Wohnzimmer nur 2k fähig. Dazu kommt noch, dass bei einer Auflösung von 4k nur die Standbilder in dieser Auflösung darstellbar sind (2). Da stellt sich die Frage, ist das Fernsehen eine Dia-Show, wahrscheinlich nicht. Die Folgerung daraus heißt also, auch bei einer 4k-Sendung sehen wir im Bewegtbild nur  2k. Die Bewegungsunschärfe lässt keine höhere Auflösung zu.

Die Story ist entscheidend, auch kein größerer Farbraum, eine größere Dynamik oder eine höhere Bildfrequenz bringen nichts, wenn das Drehbuch und die Machart dilettantisch sind. Schauen wir uns die heutigen „HDTV-Bilder“ an, so werden wir sehr schnell erkennen, dass da noch viel gesendet wird, was nicht mit HDTV-Auflösung aufgenommen wurde. Hier wäre doch zuerst der Hebel anzusetzen.

Das Kino füllt sich von hinten, sagt Hollywood, wozu dann 4K im Kino, wenn die Besucher nicht in der ersten Reihe sitzen wollen.

Zu den weiteren Verbesserungen, die mit UHDxx eingeführt werden sollen: Ein größerer Farbraum ist ganz nett, aber welche Farben werden dann auch richtig übertragen? Das ist der Cyan-Bereich. Wer kann sich diese Farben vorstellen, wenn hier eine geringe Entsättigung erfolgt. Der Mensch merkt sich die Hautfarbe sehr genau, sonst hat er in den meisten Fällen keine Ahnung, wie die Farbe wirklich aussieht.

Die höhere Dynamik und die höhere Anzahl der Bilder kämen allen zugute und sind nicht von der Sitzentfernung abhängig, sie kosten aber Bandbreite und damit Geld, das angeblich schon bei HDTV nicht vorhanden ist. Auch werden diese Änderungen zurzeit im Übertragungsstandard nicht berücksichtigt.

Das Symposium hat im ersten Teil viel Wissenswertes vermittelt, spätestens bei den Kosten (8,9 fach) war dann Schluss mit lustig! 

Dietrich Sauter


(1)   Dr. Rainer Schäfer: UHD und 4k: Größer, schöner, unschärfer

(2)   Die Zukunft des Kinos (Veranstaltung der Firma ARRI)

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