Regionalgruppe Berlin-Brandenburg

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Regionalleitung: 
Wilhelm Sommerhäuser /Joachim Dickmeis
Titel der Veranstaltung
Sprachverständlichkeit im Fernsehen
Ort und Zeitpunkt der Veranstaltung
Ort der Veranstaltung: 
Rundfunk Berlin-Brandenburg
Fernseh-Zentrum, 14. O.G.
 
Masurenallee 16
14057 Berlin
Zeitpunkt: 
17. September 2015 - 17:00
Referent/in
Theresa Liebl, Institut für Rundfunktechnik München
Über die Veranstaltung

Ansätze zur Verbesserung der Sprachverständlichkeit im Fernsehen

Am IRT werden seit einigen Jahren verschiedene Aspekte der oftmals schlechten Sprachverständlichkeit im Fernsehen beleuchtet und Lösungen für dieses Problem erarbeitet.

Aufgrund von Beschwerden einiger Fernsehzuschauer wurde die Problematik der schlechten Verständlichkeit von Voice-Over-Voice-Passagen untersucht. Darunter versteht man das gleichzeitige Auftreten zweier Sprachsignale, wie es im Fernsehen beispielsweise bei Übersetzungspassagen in Magazinbeiträgen der Fall ist. Um diese Problematik zu analysieren, wurden am IRT Untersuchungen durchgeführt, die sich speziell mit dem Mischungsverhältnis von Off-Sprecher und O-Ton beschäftigen. Im Rahmen mehrerer Hörversuche wurden dabei mögliche Einflussfaktoren, wie die räumliche Abhörsituation oder die Abhörlautstärke, auf die Sprachverständlichkeit beleuchtet. Ziel war es, eine praxisorientierte Empfehlung für ein angenehmes Mischungsverhältnis zu finden. Anhand der Ergebnisse wurde ein Bereich ermittelt, in dem der Abstand zwischen Off-Sprecher und O-Ton idealerweise gewählt werden sollte.

Außerdem wurde eine Online-Umfrage speziell für Hörgeschädigte zum Thema Sprachverständlichkeit im Fernsehen durchgeführt, bei der verschiedene Einflussfaktoren abgefragt wurden. Neben der Analyse welche Sendungen (Genres) häufig schlecht verstanden werden und was dabei den größten Störeinfluss auf die Sprachverständlichkeit hat, wurde auch ermittelt, dass eine Verbesserung vorranging durch ein Betonen der Stimmklangfarbe und eine eigenständige Lautstärkeregulierung der Sprache erreicht werden könnte. Zudem wäre zusätzlich zur Originalfassung die Bereitstellung von zwei bis drei in der Sprachverständlichkeit verbesserten Tonfassungen erwünscht, unter denen man bei Bedarf auswählen kann.

Genau dieser Ansatz wird derzeit in dem EU-geförderten Projekt HBB4ALL speziell für Hörgeschädigte getestet. Durch eine spezielle Bearbeitung von Frequenz, Dynamik und Mischungsverhältnis fertig produzierter Eingangssignale (Stereo oder 5.1) werden verschieden Tonfassungen erstellt, die je nach Art der Hörschädigung eine bessere Sprachverständlichkeit ermöglichen sollen. Art und Umfang der Bearbeitung der Signale wurde in Hörversuchen festgelegt.

Quelle: YouTube (Über Theresa Liebl, ARD/ZDF-Förderpreis

Über die Referentin

Theresa Liebl erwarb ihren Bachelor of Engineering im Studiengang Medientechnik an der Technischen Hochschule Deggendorf. Ihre Abschlussarbeit wurde am Institut für Rundfunktechnik erstellt und befasste sich mit der Verbesserung der Sprachverständlichkeit von Fernsehton speziell bei „Voice-Over-Voice“ Passagen. Seit 2014 ist sie am IRT weiterhin als Forschungsingenieurin in der Abteilung Produktionssysteme Audio beschäftigt. Ihre Forschungsaktivitäten am IRT liegen schwerpunktmäßig auf den Gebieten der Barrierefreiheit und Sprachverständlichkeit.

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