Regionalveranstaltung: "Broadcast trifft IP"

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Was FKTG-Mitgliedern im Internet aufgefallen ist ...
Mittwoch, 24. Juni 2015

"Broadcast trifft IP" - unter diesem Titel fand gestern die Regionalveranstaltung der FKTG-Regionalgruppe Berlin-Brandenburg statt, die wie immer souverän von unserem Regionalleiter Wilhelm Sommerhäuser moderiert wurde. Geschätzte 50 - 60 Teilnehmer (immerhin!) hatten die Gelegenheit, sich über die neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet der Medienkonvergenz aus erster Hand sachkundig zu machen, die Veranstaltung wurde ja in Kooperation mit e-shelter, einem der führenden Rechenzentrum-Dienstleister Europas durchgeführt.

Sebastian G. Ruchti von evertz microsystems erläuterte Hardware-Konzepte und aktuelle Anwendungsbeispiele zur Konvergenz von Broadcast und IP:

  • Wie im Zuge der Medienkonvergenz sich die Aggregation, Produktion und Distribution von Film- und Fernsehinhalten verändern;
  • wie doch allmählich proprietäre Broadcast-Systeme durch Standard IP-Hardware ersetzt werden;
  • wie mehr und mehr virtuelle Maschinen die Aufgaben diskreter Server übernehmen.

 

Karsten Knoblauch von e-shelter veranschaulichte sehr eindrucksvoll welchen Stellenwert die Rechenzentren in der neuen Medienwelt einnehmen werden. Die neuen Trends ergeben sich aus der Tatsache, dass Systeme der Medienproduktion und -verbreitung zunehmend auf Basis von Standard IP im Datencenter selbst aufgebaut werden.

Andreas Martin von Interlake sprach zum Thema "Linked Media Production" und zeigte auf, welche Bedeutung Semantic Web Technologien für die Medienproduktion haben können. Das Zauberwort heisst hier "Ontologien" (das sind konzeptionelle Begriffssysteme) mit denen sich auch mediale Daten nicht nur besser recherchieren lassen, sondern auch sinnvoll verknüpfen lassen. Sucht man beispielsweise für eine filmische Sonnenuntergangsszene die passende Hintergrundmusik und möchte sich gleichzeitig aber auch auflisten lassen, welche Sonnenuntergangsszenen in der Filmhistorie Berühmtheit erlangt haben und benötigt zudem noch Zitate, die zu der Szene passen (und, und, und), dann würde eine solche Ontologie eben in der Lage sein die benötigte Kontextinformation aus den verschiedensten Quellen zusammenzustellen, und zwar mit einem einzigen Mausklick.

Dieter Franz von e-shelter schließlich betonte, dass auch die ausgefeiltesten Technologien nur dann funktionieren können, wenn die "Menschen miteinander können". In seinem launigen Vortrag gelang es ihm, klassische Wissensmanagement-Konzepte und -methoden zu entwickeln, ohne das Wort "Wissensmanagement" auch nur zu erwähnen.

Von l.n.r: Wilhelm Sommerhäuser, Dieter Franz, Karsten Knoblauch, Sebastian Ruchti, Andreas Martin und eine mir namentlich nicht bekannte Dame, die für den reibungslosen Ablauf des Events sorgte.


Dabei gewesen und kommentiert von wof


Nachtrag: Angeregt von dem Thema der Regionalveranstaltung und der These, dass insbesondere Online-Journals mehr und mehr audio-visuelle Inhalte aufnehmen, habe ich ein mir gut bekanntes Beispiel der gar nicht mal mehr so neuen Medienkonvergenz nachgeschlagen. Das Online-Journal "NZZ Campus" der Neuen Zürcher Zeitung (Zielgruppe: StudentInnen) zeigt, wohin die Reise geht: neben den vielen, natürlich unverzichtbaren Textbeiträgen, finden sich unter der Schaltfläche "Multimedia" Ansätze eines neuen Medien-Formats. Bilder-Galerien, kombiniert mit Audio-Casts und Video-Casts - mit anderen Worten: "Broadcast trifft IP".