Signalisierung innerhalb von LTE-A-Netzen für Broadcast mittels feMBMS

Vortrag 27: Mark Hoyer - TU Braunschweig

Der stetig wachsende Bedarf an Funktionalitäten abseits der reinen Telefonie bei gleichzeitiger Mobilität treibt die geforderte Leistungsfähigkeit von Mobilfunksystemen in die Höhe. Anforderungen sind hierbei höhere Datenraten, um z.B. Streaming-Dienste für Video möglich zu machen, und niedrigere Latenzen, um Web-Browsing befriedigend für den Endnutzer zu gestalten. Die Entwicklung mündete bisher in den Mobilfunkstandard der vierten Generation namens Long Term Evolution (LTE) bzw. LTE-Advanced (LTE-A).

Die Funktionalität des Broadcast-Modus Multimedia Broadcast Multicast Service (MBMS) hat sich dabei ebenfalls von MBMS über evolved MBMS (eMBMS) zu further eMBMS (feMBMS) weiterentwickelt. feMBMS erlaubt es, einen LTE-Träger vollständig für Broadcast-Übertragungen zu verwenden. Dies ist in Release 14 des Third Generation Partnership Project (3GPP) dokumentiert. Neu ist zum Beispiel der „Transport-Only“-Modus, der „Receive-Only“-Modus sowie die MBMS-Schnittstelle xMB, die den Anbietern von Programminhalten einen vereinfachten Zugang zum Mobilfunknetz ermöglichen soll.

Dabei erlaubt der „Transport-Only“-Modus die Übertragung von Daten über MBMS in ihrer ursprünglichen Form ohne weitere Transkodierung. Dies kommt vor allem Anwendern zugute, die ihre Daten beispielsweise als MPEG-2 Transport Stream vorliegen haben. Auf der anderen Seite gestattet der „Receive-Only“-Modus den Empfang dieser Daten mit Endgeräten ohne SIM-Karte. Frei empfangbares (Free-to-air) Fernsehen kann somit realisiert werden und auch die Versorgung von traditionellen TV-Empfängern ist denkbar.

Hierdurch sind Anreize geschaffen, eine technische Lösung zu entwickeln, die innerhalb von LTE-A-Netzen die Übertragung von Daten mittels Broadcast vorwärtstreibt. Anbieter von Programminhalten bekommen somit Zugang zu einem neuen Markt bzw. Ausbreitungsweg für ihre Services. Für Mobilfunknetzbetreiber kann dies besonders während Live-Events einer Überlastung der Mobilfunkzellen entgegenwirken, da der gleiche Inhalt in den Zellen nur einmal versendet wird.

In diesem Vortrag soll es um die Signalisierung innerhalb des Broadcast-Modus feMBMS gehen, um Rundfunkdienste zu ermöglichen. Diesbezüglich wird kurz auf das 3GPP MBMS allgemein eingegangen. Anschließend gilt das Hauptaugenmerk dessen Signalisierung innerhalb des Mobilfunknetzes und den aktuellen Erweiterungen des Release 14.


Über Mark Hoyer

Mark Hoyer hat sein Studium der Elektrotechnik an der Technischen Universität im April 2017 abgeschlossen. In seiner Masterarbeit arbeitete er an „Mehrantennenempfang von LTE-Broadcast-Signalen“.

Nach seinen Abschluss hat Herr Hoyer als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Nachrichtentechnik der Technischen Universität Braunschweig seine Promotion angefangen.

Er beschäftigt sich in der Arbeitsgruppe von Professor Reimers mit der Signalisierung auf den LTE-Trägern sowie innerhalb des Mobilfunknetzes.