Studie über „Film- und Medienbranche im Norden“

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Was FKTG-Mitgliedern im Internet aufgefallen ist ...
Mittwoch, 12. Juli 2017

Anläßlich des 10-jährigen Bestehens der Filmförderung Hamburg-Schleswig-Holstein (FFHSH) wurde eine Studie vom Berliner Forschungs- und Beratungsunternehmen Goldmedia vorgestellt. Dabei wurden im Rahmen des EU-Projektes CrossMotion Bewegtbildunternehmen aus den Bereichen Film, Virtual Reality, Animation und Games im Zeitraum von September 2016 bis März 2017  online befragt. Die insgesamt sehr interessante Studie mit vielen Graphiken ist als pdf-File herunter zu laden.

Die FFHSH hat zum ersten Mal in einer repräsentativen Studie die Situation der Bewegtbildbranche in beiden Bundesländern analysiert. Dazu wurden rund 1.250 Film- und Medienunternehmen in Hamburg und Schleswig-Holstein befragt. Maria Köpf, die Geschäftsführerin der FFHSH hob dabei besonders den  positiven Blick in die Zukunft hervor, denn rund zwei Drittel der in den beiden Bundesländern ansässigen Unternehmen gehen von wachsenden Umsätzen in den kommenden Jahren aus.

Einige Daten aus der Studie in Kurzform:

  • Die Bewegtbildbranche ist mit einem Gesamtumsatz von 3,2 Milliarden Euro und 14.500 Arbeitsplätzen bedeutender Wirtschaftsfaktor in der Region. Rund 1.250 Unternehmen zählen zur Bewegtbildbranche in Hamburg und Schleswig-Holstein. Davon gehören rund 560 Unternehmen zur klassischen Filmproduktion. Hinzu kommen rund 200 Werbefilmer sowie 110 Spezialisten in den Bereichen Online-Video, 360-Grad, Virtual und Augmented Reality.
  • Zwei von drei TV-Produzenten und rund drei Viertel der Kino-Produzenten erwarten wachsende Umsätze bis 2020, wobei aktuell nur jeder Fünfte seine wirtschaftliche Lage als gut einschätzt. Auch am Arbeitsmarkt sind die Aussichten positiv: Mehr als ein Drittel der Bewegtbild-Unternehmen plant, 2017 mehr Personal einzustellen.
  • Online-Video und Virtual Reality locken als neue Geschäftsfelder. Ein Viertel der Filmschaffenden will in der Zukunft stärker auf Online-Video und On-Demand-Plattformen wie Netflix, Amazon oder Maxdome setzen. Jedes achte Unternehmen plant, in die Bereiche Virtual Reality, Augmented Reality oder 360-Grad-Videos einzusteigen. Allerdings bleibt die klassische TV- und Filmbranche mit einem Anteil von 38 Prozent weiter Hauptgeschäftsfeld für die Bewegtbildunternehmen in der Region.

 

Als Zukunftsmotor hat die Filmbranche die Bereiche Online-Video und Virtual bzw. Augmented Reality ausgemacht. Es sollen deshalb verstärkt Networkingevents, Workshops und internationale Fachkonferenzen am Standort angeboten werden.

Die Filmbranche ist weiter Hauptgeschäftsfeld der Bewegtbildunternehmen in der Region, auch wenn vor allem die Kinoschaffenden mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen haben. Der Besucherrückgang gerade bei den mittleren und kleineren Filmen in den letzten Jahren ist ein Problem und hat verschiedene Ursachen,. Insbesondere durch die Digitalisierung und den verbilligten Einsatz von Startkopien ist das Kino aber leider auch immer mehr zu einem „Durchlauferhitzer „für kommerzielle Filme geworden, bei dem deutsche Filme immer weniger Chancen auf längere Laufzeiten haben.


bol- nach einer PM der FFHS vom 12.7.2017