Vertikal-Videos als neuer Trend

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Vielleicht kennen auch Sie Leute, die ihnen mit dem Smartphone, im Hochformat aufgenommene Videos posten. Es gibt sogar eine Menge davon. Einen wunderhübschen kleinen Youtube-Film haben darüber sogar die beiden Puppentrickfilmer Vincent Bova und Damien Eckhardt-Jacobi für solche Filmer gemacht, um sie auf heitere Weise darauf hinzuweisen, dass sie ihr Smartphone für Videoaufnahmen falsch halten: https://www.youtube.com/watch?v=Bt9zSfinwFA&spfreload=10

Doch nun scheint es, zumindest in den USA, eine Bewegung „hin zum Vertikal-Video“ zu geben. Nach Angaben mehrerer Medienunternehmen glaubt weltweit eine große Gruppe, dass das sogar richtig sei. Die Ursache dafür könnte sein, dass wir etwa 30 % unserer heutigen Bildschirmzeit an Geräten arbeiten, die am besten senkrecht gehalten werden, wie zum Beispiel Smartphones und Tablets, und es scheint eine immer größer werdende Anzahl von Smartphone-Benutzer zu geben, die meinen, das auch vertikale Videos besser aussähen und in jedem Fall besser in der Handhabung seien.

Zena Barakat, ein ehemaliger New York Times Video-Produzent, verbrachte sogar das letzte Jahr mit der Erforschung vertikaler Videos und empfand sie als sehr natürlich. Also, warum sollen wir dann nicht vertikale Videos machen? In der dieser Information zugrunde liegenden Zeitungsmeldung der New York Times (http://goo.gl/MmpDXJ ) gibt es bereits Medienberater für vertikale Videos. Und mehrere Verlage - darunter Mashable und The Daily Mail – experimentieren gerade damit, professionelle Videos im Portrait-Modus zu drehen.

Wir arbeiten daran, 100 Prozent unserer Videos vertikal zu bekommen', sagte gar Jon Steinberg, der Hauptgeschäftsführer des Nordamerika-Geschäft der Daily Mail. Der Zuspruch zu den Videos sei höher, die Benutzer seien zufriedener, und es gäbe eine höhere Abschlussquote. Der Wechsel von breit  zu hoch klinge zwar trivial, aber es wäre möglich, dass viele Zuschauer das vielleicht nicht einmal bemerken würden. Bringt die aufgrund der Technik sich ergebende Präferenz zum Hochformat nicht sogar die Notwendigkeit mit sich, eine radikale ästhetische Überprüfung in Kunst und Medien vorzunehmen? Erleben wir gerade einen neuen und potenziell weitreichenden künstlerischen Trend?

Gilt denn die Argumentation überhaupt, dass wir wegen unserer zwei nebeneinanderliegenden Augen ein Sichtfeld  haben, das breiter als höher ist, wirklich. Nicht nur Handys und Tablets sondern im vordigitalen Zeitalter waren unsere Medien, Bücher und Zeitungen, ja auch im Hochformat. Das Argument, dass vertikale Videos optisch angenehm seien, wird auch durch die Statistik verstärkt. Vertikal ausgerichtete Videos sind demzufolge die lingua franca von mindestens einem halben Dutzend Social- und Video-Anwendungen, einschließlich Snapchat, deren Benutzer rund drei Milliarden meist vertikaler Videos jeden Tag abrufen.

YouTube teilt mit, dass durch den Zuwachs an Mobiltelefonen die Anzahl an Vertikal-Videos um 50 % gesteigert wurde. Nicht zuletzt deshalb aktivierte YouTube seine Android- und iOS-Apps, damit Benutzer auch Vertikal-Videos im Vollbild wiedergeben können. Facebook ermöglicht ebenfalls eine Vollbild-Wiedergabe von vertikalen Videos. Durch die Fokussierung auf die vertikale Position und den Entfall der großen Seitenflächen bieten sie eine Intensität, die stärker sei als in normaler Querlage. Viele Ereignisse des täglichen Lebens, die mit Menschen zu tun haben und sich auf ein oder zwei Personen konzentrieren,  sind besser im Vertikal-Mode zu übertragen, weil nun mal die Menschen höher als breiter sind. Wir leben in der Ära des Personal Video, sollten wir deshalb nicht  Videos, die der Form unseres Körpers entsprechen, feiern?

Also wenn Sie mich fragen, ich bin immer für das Feiern und kann auch noch eine neue Geschäftsidee: zum Feiern beisteuern: Rotary-TV, der drehbare Fernseher. 

 

Dem Blog lag als Original ein Artikel aus der New York Times vom 12.8.2015 "Vertical Video on the Small Screen? Not a Crime" von Farha Manjoo zugrunde.

Foto und Bearbeitung: N. Bolewski

Boljour: Das Weblog von Norbert Bolewski

Kommentare

Ja,  findet Laura Johnson, zumindest die von der Digital Marketing Branche. Denn es würde nicht nur enorme Kosten sparen: Siehe hier

Ausserdem bereitet Facebook wohl ein neues Ads-Format für (vertikale?) Video-Clips vor ...

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