Richard-Theile-Medaille

Bestimmungen für die Verleihung der Richard-Theile-Medaille

Prof. Dr. Richard Theile, geb 23. März 1913, gest. 10. August 1974, war ein hervorragender Physiker, der durch sein Wissen und die Größe seiner Persönlichkeit internationale Anerkennung fand.

Die Vereinigung der Fernseh-Technischen Gesellschaft (FTG) und der Kinotechnischen Gesellschaft für Film und Fernsehen (DKG) zur Fernseh- und Kinotechnischen Gesellschaft (FKTG), deren 1. Vorsitzender er war, kam vor allem durch seine Initiative zustande.

Um die Erinnerung an Richard Theile wach zu halten, wurde von der FKTG durch Beschluss des Vorstandes vom 9. September 1974 die Richard-Theile-Medaille gestiftet und 1975 erstmalig verliehen.

Für die Verleihung wird festgelegt:

1. Die Richard-Theile-Medaille wird von der FKTG an Persönlichkeiten verliehen, die auf dem Gebiete des Fernsehens hervorragende Leistungen vollbracht oder sich Verdienste internationalen Ranges erworben haben.

2. Vorschläge für die Verleihung der Richard-Theile-Medaille werden von den Ehrenmitgliedern und allen Mitgliedern, die einmal Vorstandsmitglieder der FKTG (oder der früheren FTG und DKG) waren, gemacht.

3. Über die Verleihung der Richard-Theile-Medaille entscheidet der amtierende Vorstand der FKTG nach eingehender Diskussion in geheimer Abstimmung. Einstimmigkeit ist erforderlich.

4. Die Richard-Theile-Medaille wird nicht mehr als einmal im Jahr verliehen. Sie wird dem Geehrten während einer Jahrestagung der FKTG übergeben.

5. Mit der Richard-Theile-Medaille wird eine Urkunde überreicht, in der die Leistungen und Verdienste festgehalten sind, die zur Verleihung der Medaille geführt haben.


Zur Person von  Prof. Dr. Richard Theile

Prof. Dr. Richard Theile war langjähriger Direktor des Instituts für Rundfunktechnik (IRT) in München. Seine Lebensgeschichte und seine berufliche Laufbahn sind eng verknüpft mit der Entwicklung des Menschen Richard Theile.

Nach seinen Studien in Marburg und Berlin bezogen sich seine ersten Forschungen in dem von Prof. Fritz Schröter geleiteten Laboratorium für physikalische Forschungen bei Telefunken auf  Bildaufnahmeröhren mit photoempfindlichen Halbleiterschichten. Unter seiner Leitung in einem Forschungslaboratorium bei Telefunken wurden neben Photovervielfachern auch Bildaufnahmeröhren des Typs Ikonoskop entwickelt.

Nach Kriegsende war er einige Jahre bei Pye in Cambridge (England) an der Entwicklung des Riesel-Ikonoskops beteiligt. Anfang der 50er Jahre übernahm er die Leitung der Hauptabteilung Fernsehen im Rundfunktechnischen Institut (RTI) Nürnberg. Im Jahre 1957 wurde aus dem RTI und der Zentraltechnik des Nordwestdeutschen Rundfunks (NWDR) das Institut für Rundfunktechnik (IRT) gegründet. Richard Theile übernahm die Leitung der Niederlassung München, in der die fernsehtechnischen Aufgaben bearbeitet wurden. 1973 wurde ihm die Leitung des gesamten IRT als gemeinsames Forschungsinstitut der beiden öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ARD und ZDF übertragen. Hier hatte er, befähigt durch Geistesschärfe, sprachliche Begabung und Charakterstärke die Fernsehtechnik auf internationaler Ebene, u.a. als Vorsitzender der politisch schwierigen ad-hoc-Gruppe Farbfernsehen der EBU Hervorragendes geleistet.

Die menschliche Entfaltung von Richard Theile vollzog sich, seiner Befähigung folgend, Forschung anzuregen, und seinem Drang, öffentlich zu wirken, in Lehre und auf internationaler Ebene. Von seinen vielen hochrangigen Ämtern und Funktionen sei noch erwähnt: Honorarprofessor an der Technischen Universität München, Mitglied des Gründungsausschusses und Leiter der Abteilung Technik an der Hochschule für Fernsehen und Film, München, und Mitglied im Vorstand der Technischen Kommission der Europäischen Rundfunkunion (UER).

Das Verbindende seines Naturells und die ihn auszeichnende menschliche und wissenschaftliche Souveränität, verbunden mit der Gabe, als Redner und Schriftsteller komplizierte Vorgänge einfach und eindringlich darzustellen, sind das Kennzeichen Richard Theiles.


Die Richard-Theile-Medaille wurde verliehen an:

2014 Thomas, Wiegand, Prof. Dr.-Ing.
2012 Mahler, Gerhard, Prof. Dr.-Ing.
2010 Bock, Gerd, Prof. Dr.-Ing.
2008 Musmann, Hans-Georg, Prof. Dr.-Ing.
2004 Reimers, Ulrich, Prof. Dr.-Ing.
2000 Schäfer, Ralf, Dr.-Ing.
1994 Hausdörfer, Michael,  Prof. Dr.-Ing.
1992 In der Smitten, Franz Josef, Prof. Dr.rer.nat. 
1990 Wendland, Broder,  Prof. Dr.-Ing.
1988 Schönfelder, Helmut,  Prof. Dr.-Ing.
1986 Zschau, Horst, Dipl.-Ing. †
1985 Ardenne , Manfred von,  Prof . Dr.h.c.mult. †
1984 de Vrijer, Frederic Wilhelm, Dr. †
1982 Groll, Hans Robert, Dipl.-Ing. †
1981 Rudert, Frithjof, Dipl.-Ing. †
1979 Dillenburger, Wolfgang,  Dr.-Ing. †
1978 Lubszynski, Gerhard, Dr.-Ing. †
1977 Heimann, Walter, Prof.   Dr.-Ing. habil. Dr.-Ing.E.h. †
1975 Bruch, Walter,  Prof. Dr.-Ing.E.h. †

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