Rudolf-Urtel-Preis

Bestimmungen für die Verleihung des Rudolf-Urtel-Preises

Dr.-Ing. Rudolf Urtel  gehört zu den Pionieren der Fernsehentwicklung. In dankbarer Erinnerung an die Leistungen dieses großen Fernsehingenieurs verleiht die FKTG den Rudolf-Urtel-Preis an junge Ingenieure nach ihrer Ausbildung an einer Hochschule oder Universität.

Der Preis dient der Förderung exzellenter Leistungen dieser Nachwuchskräfte auf den Gebieten Fernsehen, Film und elektronische Medien. Er wird für jedes Jahr verliehen; dabei werden entsprechend dem Zweijahresturnus der FKTG-Fachtagung jeweils zwei Kandidaten während der Veranstaltung geehrt. Die Dotierung des Preises wird vom Vorstand festgelegt. Ihre Höhe soll nicht unter 500,- Euro liegen. Im einzelnen sind die Vergabebestimmungen (Stand: 3.12.1996) wie folgt festgelegt:
 

1. Der Kandidat

Der Rudolf-Urtel-Preis darf nur an Nachwuchskräfte verliehen werden, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bzw. Einreichung der Arbeit nicht länger als fünf Jahre nach Abschluss ihrer Ausbildung (Universität, Hochschule, Technikerschule) im Berufsleben stehen, nicht älter als 35 Jahre sind und noch keine leitende berufliche Funktion ausüben. Über Ausnahmen kann der Vorstand entscheiden. Der für den Preis benannte Kandidat muss nicht Mitglied der FKTG sein. Er kann den Rudolf-Urtel-Preis jeweils nur einmal erhalten.
 

2. Die Arbeit

Für die Preisverleihung in Frage kommende Arbeiten müssen auf einem der Gebiete Fernsehen, Film und elektronische Medien angefertigt worden sein und eine bemerkenswerte wissenschaftliche oder technische Leistung bzw. eine besonders originelle Idee enthalten. Die Form der schriftlichen Darstellung soll klar und anschaulich sein.

Die Arbeit muß dem Preiskomitee als schriftliche Ausarbeitung zugeleitet werden. Dabei kann es sich um einen für das Komitee angefertigten Arbeitsbericht, ein Manuskript für die Veröffentlichung in einer Fachzeitschrift, einen internen Technischen Bericht oder eine abgeschlossene Diplomarbeit bzw. Dissertation handeln.

Auch die didaktisch hervorragende Darstellung eines größeren Gebietes, z.B. in einem Fachbuch aus den Gebieten Fernsehen, Film und elektronische Medien, kann als preiswürdig anerkannt werden.
 

3. Vorschläge von Kandidaten

Mit Fristsetzung zum 31.10. im Jahr vor einer FKTG-Jahrestagung fordert der Vorsitzende des Preiskomitees über die Geschäftsführung die Mitglieder in einem Rundschreiben zur Meldung von Kandidaten auf. Eine entsprechende Veröffentlichung soll in den einschlägigen Fachzeitschriften erfolgen.

Zur Meldung von Kandidaten sind sowohl FKTG-Mitglieder als auch Nichtmitglieder berechtigt. In allen Fällen darf der Abschluss der Arbeit nicht länger als zwei Jahre vor der Einreichfrist zurückliegen, wobei das Abschlussdatum der schriftlichen Ausarbeitung maßgebend ist.

4. Auswahl des Preisträgers

Der Vorsitzende des Preiskomitees prüft die Voraussetzungen für die Zulassung des Kandidaten nach Punkt 1 und verteilt Exemplare der jeweils eingegangenen Arbeiten an die anderen Mitglieder des Komitees zur Durchsicht und Beurteilung nach den angeführten Kriterien.

Aufgrund eingegangenen Gutachten führt der Vorsitzende des Preiskomitees rechtzeitig vor der Vorstandssitzung, die über die Vergabe des Preises entscheidet, einen Mehrheitsbeschluß der Mitglieder des Preiskomitees herbei. Eine Aufteilung des Preises auf mehrere Kandidaten ist nicht zulässig. Handelt es sich jedoch um eine Teamarbeit, kann der Preis auf die einzelnen Mitglieder der Gruppe aufgeteilt werden.

Die Entscheidung des Preiskomitees ist nicht anfechtbar.

5. Preisverleihung

Nach Vorschlag des Preiskomitees entscheidet der Vorstand über die Vergabe der Rudolf-Urtel-Preise. Die Überreichung der Preise und der Urkunden erfolgen in der Regel auf der Eröffnungsveranstaltung der FKTG-Jahrestagung.

Spätestens einen Monat vor der Preisübergabe übermittelt der Vorsitzende des Preiskomitees den Text für die Urkunden sowie die Laudationes an den Vorsitzenden der FKTG und die Geschäftsführung. Der Geschäftsführer oder der Vorsitzende des Preiskomitees gibt die Laudatio an die einschlägigen Fachzeitschriften.

6.  Zusammensetzung und Wahl des  Preiskomitees

Das Preiskomitee besteht aus dem Vorsitzenden und vier Beisitzern. Es sollte sich nach Möglichkeit aus zwei Herren der Industrie und jeweils einem Herren der Behörden, des Rundfunks und der Hochschulen zusammensetzen. Ein Mitglied sollte dem Fachgebiet Kinotechnik angehören.

Das Preiskomitee wird auf der Mitgliederversammlung auf Vorschlag des Vorstandes für vier Jahre gewählt. Wiederwahl ist zulässig.
 

(aktualisierte Fassung vom 3. Dezember 1996)


Zur Person von Dr.-Ing. Rudolf Urtel

Dr.-Ing. Rudolf Urtel, geb. am 30. Januar 1906, mußte durch den frühen Tod seines Vaters sein Jura-Studium abbrechen und nahm 1928 eine Stelle im Telefunken-Röhrenvertrieb an. 1934 kam er in das Labor von Prof. Fritz Schröter, wo er zusammen mit Robert Andrieu die Grundlagen der Ablenktechnik, die heute noch prinzipiell in allen Fernsehanlagen Anwendung findet, erarbeitete.

In seinem 35 Mitarbeiter zählenden Laboratorium bei Telefunken und als Stellvertreter des Altmeisters der Fernsehentwicklung, Prof. Schröter, arbeitete er sehr erfolgreich an der Lösung vieler aktueller Probleme jener Pionierjahre -  beispielsweise der Nachleuchtkompensation beim Lichtpunktabtaster und der Restseitenbandübertragung. Durch zahlreiche Patente war sein Name früh mit der Entwicklung der Fernsehtechnik verbunden. Im Zweiten Weltkrieg finden wir Rudolf Urtel als maßgebenden Entwickler des Präzisions-Funkmeßgerätes „Mannheim` und als Instrukteur der Luftwaffe, wo sich seine besonderen Fähigkeiten zur Lehre zum ersten Mal voll entfalten konnten.

Nach Kriegsende absolvierte Urtel ein kurzes mathematisches Studium in Erlangen und übernahm 1947 die technische Leitung der von der verlagerten Reichspost-Forschungsstelle gegründeten GETA (Gesellschaft für elektrotechnische Anlagen). Von November 1948 an war Rudolf Urtel dann bei der C. Lorenz AG im Werk Pforzheim als Entwicklungsleiter für Fernsehtechnik, Empfänger, Sender und Fernseh-Richtfunkübertragung tätig. Besonders lag ihm hier auch die betriebsinterne Ausbildung von Jung-ingenieuren am Herzen.

Die Krönung seiner diesbezüglichen Fähigkeiten war die Erteilung eines Lehrauftrages für Fernseh- und Impulstechnik an der Technischen Hochschule Stuttgart. Dabei darf es noch als ganz außerordentliche Ehrung verstanden werden, daß die TH Stuttgart eine Sonderregelung fand, Rudolf Urtel als Ingenieur ohne Hochschulstudium 1952 zum Doktoringenieur promovieren zu lassen. Rudolf Urtel war ein ideales Beispiel des Wissenschaftlers, Experimentators, Technikers und Lehrers.

Seine außergewöhnlichen didaktischen Fähigkeiten zeigten sich bei der betriebs-internen Weiterbildung und einem Lehrauftrag an der Universität Stuttgart. Dr. Urtel war Gründungsmitglied der Fernsehtechnischen Gesellschaft (FTG) und gehörte dem ersten Vorstand an. Er starb durch einen tragischen Unfall am 4. Mai 1954 — auf der Rückfahrt von einer FTG-Vorstandssitzung.
 


Der Rudolf-Urtel-Preis wurde verliehen an:

 

2013 Jörg Robert, Dr.-Ing.
2011 Zilly, Frederik, Dipl.-Phys.
2010 Eden, Arnd, Dr.-Ing.
2007 Schmidt, Karsten
2006 Merkle, Philipp
2004 Pfletschinger, Stephan, Dr.
2002 Smolic, Aljoscha, Dr.
2001 Sostawa, Bernd, Dr.
2000 Roy, Alexander
1999 Tödtmann, Thorsten
1998 Blume, Holger
1997 Zhou, Minhua
1996 Bonse, Thomas
1995 Mager, Klaus
1994 Bogenfeld, Eckard
1993 Stöttelder, Ulrich
1993 Herfet, Thorsten
1992 Schleupen, Kai
1992 Lauer, Hans-Ulrich
1992 Dobler, Markus
1991 Schamel, Günter
1990 Gutheil, Udo 
1989 Teichner, Detlef
1988 Fischer, Walter
1987 Schäfer, Rainer
1986 Buchwald, Wolf-Peter
1984 Mayer, Klaus 
1984 Lindemuth, Frank
1982 Reimers, Ulrich 
1981 Eilhammer, Werner 
1979 Trißl, Karl-Heinz
1978 Marten, Peter 
1977 Föh, Niels-Peter
1977 Spieß, Dieter 
1976 Wedlich, Günter
1975 Kraus, Uwe 
1969 Wendt, Hartmut
1961 Lotsch, Helmut 
1961 Maurer, Robert 
1958 Hase, Siegfried von
1957 Baurmeister, H.
1957 Arp, Ferdinand 
1956 Schönfelder, Helmut

(Fassung vom 25.1.1999)

 

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